Pressemitteilung

Die Alevitische Glaubensgemeinschaft wurde am 17.10.2012 vom Grossen Rat

gem. § 133 der baselstädtischen Kantonsverfassung kantonal anerkannt

Ende 2010 haben die Kulturvereinigung der Aleviten und Bektaschi, Basel sowie das

Alevitische Kulturzentrum Regio Basel ein gemeinsames Gesuch um kantonale Anerkennung

beim Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt eingereicht.

Die beiden alevitischen Vereine, die vor 18 bzw. 14 Jahren gegründet wurden, bilden in Basel

die alevitische Glaubensgemeinschaft. In insgesamt 17 verschiedenen Kantonen wurden in den

letzten 15 Jahren ebenfalls alevitische Vereine gegründet. Es gibt in der Schweiz einen

alevitischen Dachverband (Föderation Alevitischer Gemeinden in der Schweiz). Dieser, wie

auch die Dachverbände anderer Länder, sind wiederum Mitglieder der europäischen

Konföderation (AABK).

Die Aleviten haben im islamischen Kulturraum ihren eigenständigen Glaubensinhalt

weiterentwickelt und bewahrt. Ausgangspunkt ihrer Lehre sind die mündlich überlieferten

Gedichte, Lieder und Erzählungen, die der Gemeinschaft den alevitischen Weg aufzeigen. Im

Alevitentum gibt es daneben auch verbindliche, heilige Bücher.

Sie haben den Grundsatz, dass alle Menschen gleich respektiert werden sollen. Jeder Mensch

ist eine Schöpfung Gottes. Die Aleviten sind weltoffene, fortschrittliche Menschen und

respektieren andere Glaubensrichtungen, sofern diese ihre eigenen Ansichten den anderen

nicht aufzwingen. Mann und Frau sind einander gleichgestellt. Jegliche Art von Gewalt, Hass

und Missionierung wird abgelehnt.

Die Trennung von Religion und Staat wird befürwortet. Toleranz und Humanität stehen im

Mittelpunkt ihres Denkens. Aleviten fallen in unserer modernen Gesellschaft nicht auf, weil sie

sehr anpassungsfähig sind. Sie tragen keine spezielle Kleidung.

Der Regierungsrat hat nun geprüft, ob alle verfassungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Diese umfassen die gesellschaftliche Bedeutung, das Respektieren der Rechtsordnung und des

Religionsfriedens, eine transparente Finanzführung sowie die jederzeitige Austrittsmöglichkeit.

Der Regierungsrat kam nach eingehender Prüfung des Gesuchs zum Schluss, dass alle

Voraussetzungen für die kantonale Anerkennung erfüllt sind und hatte den Antrag dem Grossen

Rat zur Abstimmung vorgelegt.

Es handelt sich um die schweizweit erste kantonale Anerkennung einer nichtchristlichen und

nichtjüdischen Religionsgemeinschaft. Mit der kantonalen Anerkennung wird die positive Rolle,

die die alevitische Glaubensgemeinschaft in Basel spielt, gewürdigt und gefestigt.

   
© Alevitisches Kulturzentrum Regio Basel