Regierung will Aleviten als Gemeinschaft anerkennen

Basel, 14. August 2012

Erstmals in der Schweiz sollen in Basel-Stadt nichtchristliche und nicht jüdische Religionsgemeinschaften die staatliche Anerkennung erhalten: Die Kantonsregierung beantragt dem Grossen Rat, die Gesuche der beiden Alevitischen Vereine Basels – der Kulturvereinigung der Aleviten und Bektaschi Basel sowie des Alevitischen Kulturzentrums Regio Basel – um kantonale Anerkennung gutzuheissen.

Nach Meinung der Regierung, die die Anträge laut eigenen Angaben "eingehend" geprüft hat, erfüllen die beiden Vereine in Basel alle verfassungsrechtlichen Voraussetzungen für die kantonale Anerkennung. Diese umfassen die gesellschaftliche Bedeutung, das Respektieren der Rechtsordnung und des Religionsfriedens, eine transparente Finanzführung sowie die jederzeitige Austrittsmöglichkeit.

In Basel-Stadt gibt es vier öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaften. Die neue Verfassung hat zusätzlich die Möglichkeit der kantonalen Anerkennung privatrechtlich organisierter Religionsgemeinschaften geschaffen. Der Grosse Rat hat bereits zwei christliche Religionsgemeinschaften entsprechend anerkannt.

Die Basler Finanzdirektorin Eva Herzog sagte auf Anfrage von OnlineReports, den beiden Aleviten-Vereinigungen gehe es in erster Linie um eine gesellschaftliche Anerkennung. Allfällige finanzielle Vorteile stünden nicht im Vordergrund. Die Aleviten leitsteten in Basel-Stadt auch wichtige Integrationsarbeit.

Nachtrag vom 17. Oktober 2012. Der Basler Grosse Rat hat in seiner heutigen Sitzung die alevitische Glaubensgemeinschaft kantonal anerkannt.

http://www.onlinereports.ch/News.117+M58c6015908f.0.html

   
© Alevitisches Kulturzentrum Regio Basel