Kt. BS: Regierungsrat will Anerkennung der Aleviten

Die Basler Regierung beantragt dem Grossen Rat die kantonale Anerkennung der beiden alevitischen Vereine in Basel. Diese würden dazu alle verfassungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen, heisst es in einer Regierungsmitteilung vom Dienstag.
http://bazonline.ch/basel/kurzmeldungen/Regierungsrat-will-Anerkennung-der-Aleviten/story/19818771

Die FVS hat im zuständigen Departement nachgefragt, welche Rechte und Auflagen er mit dieser Anerkennung verbinden will. Hier die Antwort:

Laut Bericht des Regierungsrats haben die Aleviten keine besonderen Rechte beantragt. Als Auflagen beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat: “Im Zusammenhang mit der kantonalen Anerkennung werden die Kulturvereinigung der Aleviten und Bektaschi Basel sowie das Alevitische Kulturzentrum Regio Basel Basel verpflichtet, dem Finanzdepartement unaufgefordert bis Ende Juni den Jahresbericht und die Jahresrechnung des Vorjahres sowie allfällige Statutenänderungen zur Kenntnis zukommen zu lassen.”

Mehr zum Religionsartikel: http://www.frei-denken.ch/de/2012/01/basler-religionsartikel-unter-druck/

2 Kommentare zu „Kt. BS: Regierungsrat will Anerkennung der Aleviten“

  1. Bedingungen für die Anerkennung
    Basel-Stadt hat klare Bedingungen festgelegt, die eine Religionsgemeinschaft für die «kleine Anerkennung » erfüllen muss. In der Praxis bleibt aber ein gewisser Spielraum, zumal kein Rechtsanspruch auf Anerkennung besteht. Nötig ist zudem ein qualiiziertes Mehr des kantonalen Parlaments. Konkret gelten folgende Kriterien:
    - Gesellschaftliche Bedeutung: Festgemacht wird diese an einer langfristigen Tätigkeit und Tradition (keine Modeerscheinungen), der Mithilfe bei gesellschaftlichen Problemen, der Mitgliederzahl sowie den Deutschkenntnissen der Vertreter der Religionsgemeinschaft.
    - Respektierung von Religionsfriede und Rechtsordnung: Zu diesem Punkt merkte der Regierungsrat zu den Aleviten in Bezug auf die Gleichberechtigung kritisch an, dass die Leitung des Gottesdienstes durch eine Frau zwar möglich sei, in der Praxis aber nicht vorkomme.
    - Transparente Finanzen: Konkret müssen alle anerkannten Gemeinschaften ihre Jahresrechnung jeweils unaufgefordert dem Basler Finanzdepartement zustellen.
    - Austritt ist möglich: Bei den Aleviten ist dies auf dem Papier gegeben. Und der Regierungsrat machte keine Anzeichen aus, dass das in der Praxis anders aussieht.

    http://www.landbote.ch/index.php?eID=tx_vsarticle_pi4&pdfFile=../import/xml/archiv/pdf/12/11/05/lab_051112_1_04.pdf&action=download

    http://www.frei-denken.ch/de/2012/08/kt-bs-regierungsrat-will-anerkennung-der-aleviten/

     

   
© Alevitisches Kulturzentrum Regio Basel